Verkürzte
Landschaft
Gedichte
von Georg Paulmichl

Das
Fernsehen
Das
Fernsehen ist ein wichtiges Element.
Filme kommen am laufenden Band.
Wenn man zuviel in die Kiste glotzt, bekommt man einen trüben
Verstand.
Durch die Mattscheibe kann man die Welt erblicken.
Schlager klingen wie Wattebausch um die Ohren.
Das Fernsehen ist voll von hauchdünnen Melodien.
Für manche Leute wird das Fernsehen zu einer Freizeit.
Tief im Sessel schmorend, gehen die Augen der Flimmerkiste entgegen.
Ene mene miste, es rappelt in der Kiste, ene mene meck und du
bist weck.
Frühlingserwachen
Lange
hat sich der Schnee auf der Erde ausgebreitet.
Nun recken die ersten grünen Halme ihre Hälse gegen
die Sonne.
Die Tiere beginnen aus ihren Erdlöchern zu kriechen.
Wärmere Winde rütteln die Bäume aus dem Winterschlaf.
Die Bauern beginnen ihre Saat zu verpflanzen.
Die Hunde bellen nach allen Himmelsrichtungen.
Die alten Leute rücken von der Ofenbank ab.
Sie wollen noch einmal das Leben wagen.
Die letzten Schneefelder zerrinnen vor dem Sonnenlicht.
Die Gesichter der Menschen werden wieder fröhlicher.
Das Wachstum und das Gedeihen läßt sich nicht mehr
aufhalten.
Deutschland
Deutschland
erstreckt sich von Norden bis zum Süden.
Deutschland wurde von den Germanen gepachtet.
Das Land ist reich und die Taler prasseln nur so hernieder.
Vor 50 Jahren gelangte der Hitler zum Reichsstab.
Mit Furcht und Tadel ließ er die Politik walten.
Die Politik wird auch heute in Deutschland hoch regiert.
Die Deutschen haben einen strammen Kanzler.
Er versteht alle Fremdsprachen.
Auch die Grünen stehlen sich zu den Wahlurnen.
Sie lassen ihre Prozente steigen.
Die deutsche Fußballnationalmannschaft treibt von Sieg zu
Sieg.
Der Beckenbauer bestimmt alle Regeln.
Das ZDF sorgt dafür, daß die Mattscheibe schwirrt.
Bei der Schwarzwaldklinik können die Deutschen lachen.
Prof. Brinkmann läßt die Heilkräuter wirken.
Im Sommer entsagen die Deutschen der Heimat.
Auf allen Weltgegenden lassen sie sich hernieder.
Manche Türken suchen in Deutschland ihre Ruhestätte.
Doch die Einheimischen lassen sich von den Fremden nicht aus der
Bratpfanne löffeln.
Die
Beamten
Die
Beamten sind ein weitlebendes Wesen.
Sie müssen Tag und Nacht ihre Ämter walten.
In den Schalterräumen haben die Beamten ihre Sitze.
Die Beamten haben saubere Schuhe und Krawatten an.
Auf ihren Schreibtischen stapeln sich Akten in Reih und Glied.
Unterlagen und Behördenkram sorgen für den Tagesinhalt
der Beamten.
Tief in den Akten wird nach den Beschlüssen gestöbert.
Wer sucht der findet, wer anklopft dem wird nicht immer aufgetan.
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