BUCHTIPP:
Ente, Tod und Tulpe
Schon
länger hatte die Ente so ein Gefühl. "Wer bist
du und was schleichst du hinter mir her?" "Schön,
dass du mich endlich bemerkst", sagte der Tod. "Ich
bin der Tod." Die Ente erschrak. Das konnte man ihr nicht
übel nehmen. "Und jetzt kommst du mich holen?"
"Ich bin schon in deiner Nähe, so lange du lebst nur
für den Fall." "Für den Fall?" fragte
die Ente. "Na, falls dir etwas zustößt. Ein schlimmer
Schnupfen, ein Unfall, man weiß nie.
Wolf
Erlbruchs Buch erzählt eine zarte, einfühlsame Geschichte.
Sie kann Kinder mit dem Thema Tod vertraut machen, einem Menschen,
der jemanden verloren hat, Mut machen oder einfach nur einen besinnlichen
Leseabend einleiten. Hier bekommt man keine vorgefertigten Weisheiten
geliefert, sondern nur gelungene Denkanstöße.

Die Zeichnungen sind einfach, aber deshalb umso intensiver in
ihrem Ausdruck. Der Tod wird in einem weiten Gewand und mit einem
lächelnden Knochenschädel dargestellt, der aber eher
interessant als erschreckend aussieht. Die einzelnen Figuren sind
ausgeschnitten und auf einen weißen Hintergrund gesetzt,
so dass alles sehr künstlerisch aussieht.
"Ente, Tod und Tulpe" ist ein sehr poetisches Bilderbuch,
das man nicht als reines Kinderbuch verstehen sollte. Zwar ist
es dazu geeignet, einem Kind das Thema "Tod" nahe zu
bringen, alleine lassen sollte man es damit aber nicht. Kinder
könnten davon überfordert sein, wenn sie sich nicht
mit einem Erwachsenen über das Gelesene unterhalten können.
Dieses Buch wirft Fragen auf und macht traurig. Er ist ein wunderbares
Werk, das jeden Leser berühren wird.
Antje
Kunstmann Verlag, München 2007
ISBN-10 3888974615
ISBN-13 9783888974618
Gebunden, 31 Seiten, 14,90 EUR
Euer Blubber
ZURÜCK